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„Pestizide sind für uns Menschen doch kein Problem!“

Pestizide, auch Pflanzenschutzmittel genannt, sollen in der Landwirtschaft dabei helfen, Insekten, Pilze oder bestimmte Pflanzenarten von dem Gewächs fernzuhalten. Wir zeigen euch, warum das gar nicht mal so gut ist und sehr gefährlich werden kann. 

Als Imker*in widmest du dein Leben kleinen flauschigen Insekten – den Bienen. Um ihren Honig zu produzieren, sammeln sie Nektar – und bestäuben nebenbei die Blüten. Einige deiner Bienenstöcke stehen neben einem Feld, auf dem eine Landwirtin das Pestizid Glyphosat gesprüht hat, um Unkraut fernzuhalten. Betrifft dich nicht? Doch! Leider hat sich das Gift auch auf der nebenliegenden Wiese verbreitet, auf der deine Bienen ihren Nektar sammeln. Kiloweise haben sie diesen in Honig verwandelt. Und da ist jetzt auch Glyphosat drin! Du darfst deinen Honig so nicht verkaufen und musst den gesamten Ertrag wegschmeißen. Und die Bienen? Auch ihnen schadet das Gift. Dabei ist das doch gar nicht deine Schuld gewesen.  

Und jetzt der Realitätscheck:

Dieses Szenario ist an ein Ereignis angelehnt, das 2019 so tatsächlich passiert ist. Ein Brandenburger Imker musste tonnenweise Honig wegschmeißen, weil der Landwirt eines benachbarten Feldes zu stark Pestizide versprüht hat – die Folgen trug der Imker. In Frankreich wiederum gilt die Nervenkrankheit Parkinson in der Landwirtschaft bereits als Berufskrankheit, verursacht durch die Belastung der Landwirte mit Pestiziden. Ziemlich gruselig, oder? Wie toll wäre es da also, wenn es überhaupt nicht so weit kommen würde?  

  • Die Geschichte des Brandenburger Imkers, der wegen eines viel zu hohen Glyphosat-Nachweises in seinem Honig mehrere Tonnen Honig wegschmeißen musste, ist als “Fall Seusing” bekannt, das ist der Nachname des Imkers. Die Aurelia-Stiftung erklärt, was genau damals passiert ist.
  • Ein weiterer Realitätscheck: 2008 kam es im Rheintal in Deutschland zu einem Bienensterben, bei dem ca. 11.000 Bienenvölker verendet sind. Grund dafür war der Einsatz von Insektiziden – auch wenn der es eigentlich nicht auf die Bienen abgesehen hatte. In etwas formellerer Sprache kannst du dir dazu eine Pressemitteilung durchlesen oder alternativ diesen Artikel von n-tv aus dem Jahr 2008.
Warum sind Pestizide eigentlich so schlimm und haben sie nicht auch Vorteile? 

Der Grundgedanke hinter Pestiziden ist, den Ertrag in der Landwirtschaft sicherzustellen und zu erhöhen. Dafür sollen “Schädlinge” (aus landwirtschaftlicher Perspektive) abgetötet werden: Insekten, Unkräuter, Pilze. Problematisch ist das, weil die Gifte eben nicht nur diese “Schädlinge” vor Ort treffen, sondern auch andere Organismen und Menschen erreichen. Das bedroht die Artenvielfalt, die für das Gleichgewicht der Umwelt sehr wichtig ist. So weit muss es aber nicht kommen: Mit einem Pestizidverbot wäre den Pflanzen, Menschen und Tieren wie der Biene sehr geholfen.  

Pestizide und Parkinson? Und was genau ist eigentlich Glyphosat?

Auf dieser Seite des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung erfährst du, was Glyphosat eigentlich ist und wie es in Deutschland eingesetzt wird

Wenn du diese französische Internetseite übersetzt, kannst du hier die Einstufung von Parkinson als Berufskrankheit in der Landwirtschaft wegen des Einsatzes von Pestiziden nochmal nachlesen.

Und hier erklärt die Parkinsonstiftung, wie es dazu kommt, dass Pestizide als Verursacher der Nervenkrankheit Parkinson nachgewiesen werden können.

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